Nürburgring. Ein Wochenende, das mehr war.
Nürburgring. 30. Mai 2026.
Sprintrennen. Langstrecke. Eifelwetter. Und am Ende…
Das war kein normales Rennwochenende. Alfonso Bongiovanni und ich hatten das bewusst so geplant: Das NES GP 500km-Rennen auf dem Nürburgring als Einstieg in die Langstreckenwelt. Nicht weil wir unbedingt gewinnen wollten. Sondern weil das langfristige Ziel die Nordschleife ist und wer irgendwann 24 Stunden fahren will, muss wissen, wie Langstrecke funktioniert. Fahrerwechsel. Boxenstopp. Stints. Der Rhythmus, der anders ist als alles, was ich bisher kannte.
Das Rennen war eine Feuertaufe. Und es hat funktioniert.
Wir sind fehlerfrei gefahren, haben konstant schnelle Stints gezeigt und sind als Gesamtzweite ins Ziel gekommen. Klassensieg. Der erste in der Langstrecke.
Was ich dabei gelernt habe: Langstrecke ist eine andere Sprache. Du fährst nicht mehr nur für dich. Du fährst für das Team, für den Mitfahrer, für den nächsten Stint. Du musst das Auto nach Hause bringen und nicht das Ergebnis erzwingen. Das ist eine Denkweise, die ich mitnehme.
Am selben Wochenende: die BMW Challenge. Und das bei bestem Eifelwetter. Es hat die ganze Nacht durch geregnet und bei der Quali sah es nicht besser aus. Erstes Mal im Regen fahren. Erstes Mal auf Regenreifen. Was kann man da erwarten? Es wurde am Ende P2. Dann das Rennen.
Regen. Abtrocknende Strecke. Und zum ersten Mal überhaupt: Regenreifen im Rennen. Reifenmanagement unter echten Bedingungen, während die Strecke in jeder Runde anders war. Das ist genau die Situation, auf die man sich nicht wirklich vorbereiten kann. Man lernt sie nur, indem man mittendrin ist.
P3 in der Klasse. Das dritte Podium der Saison. Und nicht das leichteste. Alfonso Bongiovanni sagte danach etwas, das mir geblieben ist: „Man spürt zu keinem Moment, dass du neu im Sport ist”. Und genau so fühlt es sich auch für mich an. Irgendwie komisch und beflügelnd zugleich.
Nach dem Nürburgring stecke ich im Meisterschaftskampf. Die Meisterschaft ist offen. Zolder kann alles verschieben .Ich fahre nicht dorthin, um das Ergebnis zu verwalten. Ich fahre dorthin, um das zu zeigen, was ich in dieser Saison gelernt habe. Runde für Runde. Ohne Drehbuch.