Der Weg zur Lizenz

Bevor man das erste Mal auf einer Startaufstellung steht, braucht man einen Schein dafür. Eine Rennlizenz.

Das klingt wie eine Formalität. Ist es aber nicht. Meine Lizenzlehrgang beginnt Wochen vor dem eigentlichen Wochenende. E-Learning, Flaggenkunde, Regelwerk. Ich habe jeden Abend ein bisschen davon absorbiert. Nicht weil ich musste, sondern weil es mich interessiert hat. Man lernt eine Sprache. Eine, die auf der Strecke keine Übersetzung braucht. Auf der Strecke fehlt auch die Zeit zum Übersetzen. Der praktische Teil war dann ein anderes Kapitel. Auf der Strecke zeigt sich schnell, was man verstanden hat und was man noch nicht weiß.

Der Weg zur Lizenz war für mich durchaus von Ungewissheit und auch einem Hauch Angst vor dem Durchfallen geprägt. Ich habe in den letzten Jahren nicht wirklich gesund gelebt. Vor allem Rauchen und Übergewicht waren meine Hauptlaster. Warum ich das erwähne? Für die Lizenz ist eine ärztliche Untersuchung notwendig und ich war drauf und dran diese nicht zu bestehen.

Am Ende habe ich noch die Kurve bekommen und bestanden. Seitdem sieht es auch deutlich besser um mich und meine Gesundheit aus. Eine Nebenwirkung vom Motorsport wenn man so will.

Am 5. April ging es dann zum Lizenzkurs in Mendig bei der Motorsport Akademie. Die Theorie hat mich ein bisschen an die Schulzeit erinnert. Nach 5 Minuten fertig, abgegeben und dann der Moment: “Mist! Was habe ich nochmal angekreuzt? War das richtig?” (war es am Ende offensichtlich).

Und dann ging es das erst Mal mit dem Auto auf die Strecke zum Praxis Part. Noch so eine Unbekannte. Was erwartet mich und was wird von mir zum Bestehen gefordert? Die Gedanken haben sich aber schnell gelegt. Ich war sofort eins mit dem Auto und permanent am Strahlen unter dem Helm. Es hat sich magisch angefühlt!

Und am Ende gab es die Lizenz. Patrick Neider - Rennfahrer. Da ist er, der Kindheitstraum.

Nächster Schritt: Oschersleben. Ende April. Erstes Rennen.

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